Solar-Terrassendach und Solarcarport: Ertrag, Vergütung, Genehmigung
Bei einem Solardach sind die Module selbst die Eindeckung: Sie halten Regen ab, spenden Halbschatten und erzeugen Strom. Was das bringt und worauf du achten musst.
Stand: 7. November 2026
Was ein Solardach anders macht
Statt Glas oder Stegplatten liegen Glas-Glas-Module auf den Sparren. Sie lassen nur einen Teil des Lichts durch: GreenSolar nennt für seinen Solarcarport 15 % Lichtdurchlass bei 420-Wp-Modulen, Premium Solarglas 20 % bei 180 bis 190 Wp je Modul und eine Zulassung für Überkopfverglasung. Unter dem Dach wird es also deutlich dunkler als unter Klarglas.
Module sind schwer – ein Modul von Premium Solarglas wiegt rund 25 kg. Das Tragwerk muss Modulgewicht und Schnee zusammen tragen. Solardächer im Vergleich
Ertrag
Fraunhofer ISE zitiert für 2026 ein Szenario der Übertragungsnetzbetreiber mit einer Jahresleistung von rund 895 kWh je kWp; eine optimal nach Süden ausgerichtete neue Anlage schafft theoretisch etwa 1.080, je nach Standort mehr oder weniger. Ein Solarcarport mit 3 kWp kommt damit grob auf 2.700 kWh im Jahr. Terrassendächer und Carports sind aber meist flach geneigt und nicht immer nach Süden gerichtet – rechne eher am unteren Ende. Die Module verlieren laut Fraunhofer ISE im Schnitt nur rund 0,15 % Leistung pro Jahr.
Geld: Vergütung und Steuern
- Einspeisevergütung: Für Anlagen bis 10 kW mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 zahlt der Netzbetreiber laut Bundesnetzagentur 7,70 ct/kWh bei Teileinspeisung (12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung), 20 Jahre lang. Bei negativen Börsenpreisen gibt es für neue Anlagen keine Vergütung. Für neue kleine Anlagen ab 2027 ist laut ADAC eine Änderung geplant, beschlossen war sie bei unserem letzten Stand nicht.
- Gebäude oder nicht? Die höhere Vergütung für Anlagen auf Gebäuden setzt eine selbständig benutzbare, überdeckte bauliche Anlage voraus, die vorrangig dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen dient (§ 3 Nr. 23 EEG). Gerade die Selbständigkeit ist bei einem an das Haus angebauten Dach der Knackpunkt. Für Carports, die erkennbar das Auto schützen, wird das nach Darstellung von Fachportalen bejaht; für Terrassendächer ist es nicht ausdrücklich geklärt. Frag vor dem Bau beim Netzbetreiber.
- Umsatzsteuer: 0 % auf Module und Installation, wenn die Anlage auf oder in der Nähe einer Wohnung oder eines anderen begünstigten Gebäudes installiert wird; bei höchstens 30 kWp laut Marktstammdatenregister gilt das als erfüllt (§ 12 Abs. 3 UStG).
- Einkommensteuer: steuerfrei für Anlagen auf Gebäuden einschließlich Nebengebäuden bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit, insgesamt höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem (§ 3 Nr. 72 EStG); Carports zählen laut BSW-Steuerleitfaden (2023) zu den Nebengebäuden.
- Marktstammdatenregister: Anmeldung innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme. Wer zu spät dran ist, bei dem darf der Netzbetreiber die Vergütung zurückhalten, bis die Eintragung nachgeholt ist; wer gar nicht registriert, bekommt keine.
Kosten
Für Solarcarport-Bausätze ohne Speicher und Montage nennt der ADAC 4.500 bis 9.000 €. Solar-Terrassendächer werden meist nach Aufmaß angeboten. Einen Speicher kannst du ergänzen.
Genehmigung
Solaranlagen auf Dächern sind in allen Ländern grundsätzlich verfahrensfrei. Für das Dach selbst gelten aber die Regeln für Terrassenüberdachungen bzw. Carports – Fläche, Höhe und Abstand zur Grenze. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind Solaranlagen auf Grenzgaragen ausdrücklich in das Grenzbau-Privileg einbezogen. Den Rest prüft der Dach-Check mit der Option „mit Solarmodulen“.
Häufige Fragen
Wie viel Strom liefert ein Solarcarport?
Fraunhofer ISE zitiert für 2026 ein Szenario der Übertragungsnetzbetreiber mit rund 895 kWh je kWp; eine optimal nach Süden ausgerichtete Anlage schafft etwa 1.080. Ein Carport mit 3 kWp liefert damit grob 2.700 kWh im Jahr. Flache Neigung, Ausrichtung und Verschattung können das deutlich mindern.
Bekomme ich für ein Solar-Terrassendach Einspeisevergütung?
Für Anlagen bis 10 kW mit Inbetriebnahme zwischen 1. August und 31. Dezember 2026 nennt die Bundesnetzagentur 7,70 ct/kWh bei Teileinspeisung. Ob ein Terrassendach als Gebäude im Sinne des EEG gilt, ist nicht ausdrücklich geregelt; frag vorab beim Netzbetreiber. Für neue kleine Anlagen ab 2027 ist eine Änderung der Vergütung geplant.
Muss ich Steuern zahlen?
Lieferung und Installation sind mit 0 % Umsatzsteuer möglich, wenn die Anlage auf oder in der Nähe einer Wohnung installiert wird. Einnahmen aus Anlagen auf Gebäuden einschließlich Nebengebäuden bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit (insgesamt bis 100 kWp) sind einkommensteuerfrei; der BSW-Leitfaden zählt Carports ausdrücklich zu den Nebengebäuden. Im Zweifel klärt das dein Steuerberater.
Quellen
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland (Mai 2026)
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und Fördersätze
- ADAC: Einspeisevergütung 2026 und 2027
- ADAC: Solar-Carport
- § 12 UStG
- § 3 EStG
- § 3 EEG 2023 (Begriffsbestimmungen)
- BSW-Solar/IWW: Leitfaden PV-Steuer
- Verbraucherzentrale: Marktstammdatenregister
- GreenSolar: Datenblatt Solarcarport
- Premium Solarglas: Datenblatt 2026
- 42watt: Solar-Carport (zur Einordnung als Gebäude)
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