Dach-Dieter

Schneelast nach Postleitzahl

Wie viel Schnee muss dein Terrassendach, Lamellendach oder Carport tragen? Die Antwort hängt an zwei Dingen: der Schneelastzone deiner Gemeinde und der Höhe über dem Meer.

Postleitzahl eingeben.

Schneelast je Zone und Höhe

Charakteristische Schneelast am Boden sk in kN/m² nach DIN EN 1991-1-3 mit Nationalem Anhang. Auf einem flach geneigten Dach wirken davon 80 %.

Höhe ü. NNZone 1Zone 1aZone 2Zone 2aZone 3
0 m0,650,810,851,061,10
200 m0,650,810,851,061,10
300 m0,650,810,891,111,29
400 m0,650,811,211,521,78
500 m0,841,041,602,012,37
600 m1,051,322,062,583,07
700 m1,301,632,583,233,86
800 m1,581,983,173,964,76
1000 m2,242,804,555,686,86

1 kN/m² ≈ 102 kg/m². Beispiel: Zone 2 auf 500 m = 1,60 kN/m² ≈ 163 kg/m².

Schneelast und Schneesack an der Hauswand
  1. Schnee fällt und liegt gleichmäßig auf dem Terrassendach – jeder Quadratmeter trägt mit.
  2. Vom höheren Hausdach rutscht Schnee ab und sammelt sich im Winkel an der Hauswand (Schneesack).
  3. Dort ist die Last ein Vielfaches höher als in der Fläche; die Pfeile zeigen das.
  4. Der Sparren biegt sich unter der Last durch (hier stark überzeichnet). Taut der Schnee, federt er zurück.

Die fünf Zonen

Sonderfälle

  • Norddeutsches Tiefland: In weiten Teilen Norddeutschlands muss die Statik zusätzlich einen seltenen Extremfall mit dem 2,3-fachen Bodenwert nachweisen.
  • Neue Zonen in Bayern: Für einzelne Gemeinden um Passau, im Chiemgau, in Bayrischzell und Schneizlreuth gelten nach einem Forschungsprojekt des Deutschen Wetterdienstes höhere Werte (Zone 3a und darüber). Für die meisten anderen bayerischen Gemeinden, auch München und Ingolstadt, verlangt die DIBt-Liste, die Ergebnisse dieses Projekts zusätzlich zu berücksichtigen. Den maßgebenden Wert nennt die Bauaufsicht oder der Statiker.
  • Hochharz: In Braunlage, St. Andreasberg und Teilen von Altenau ist eine Schneelast von 5,5 kN/m² anzusetzen.

So rechnen wir

Die Zone stammt aus der Liste „Zuordnung der Schneelastzonen nach Verwaltungsgrenzen“ des Deutschen Instituts für Bautechnik (Stand 7.2.2023). Wir ordnen jede Postleitzahl über ihren Landkreis und die Namen ihrer Orte zu; bei 9.291 von 10.815 PLZ ist die Zone eindeutig. Die Höhe nehmen wir aus GeoNames (Höhe des Ortes); trag die Höhe deines Grundstücks ein, wenn du sie kennst. Mehr in der Methodik.

Häufige Fragen

Welche Schneelastzone habe ich?

Die Zone hängt an deiner Gemeinde. Das Deutsche Institut für Bautechnik veröffentlicht die Zuordnung aller Gemeinden; unsere Abfrage ordnet deine Postleitzahl darüber zu. Liegt ein PLZ-Gebiet in mehreren Zonen, nennen wir alle und rechnen mit der höchsten.

Was bedeutet kN/m²?

Kilonewton je Quadratmeter. 1 kN/m² entspricht ungefähr 102 kg Last auf jedem Quadratmeter. Hersteller von Terrassendächern geben die zulässige Schneelast mal in kN/m², mal in kg/m² an.

Reicht ein Terrassendach mit 75 kg/m²?

Verglichen mit dem Bodenwert, wie wir es tun: nur in Zone 1 bis etwa 450 m Höhe. Dort beträgt der Bodenwert mindestens 0,65 kN/m² (rund 66 kg/m²). Meint der Hersteller die Last auf dem Dach (80 % des Bodenwerts), reicht es auch in Zone 1a bis etwa 450 m und in Zone 2 bis etwa 300 m. In Zone 2 sind es mindestens 0,85 kN/m², in Zone 3 mindestens 1,10 kN/m², und mit der Höhe steigt der Wert deutlich.

Warum ist die Last an der Hauswand höher?

Rutscht Schnee vom höheren Hausdach oder wird er vom Wind in den Winkel geweht, häuft er sich an der Wand an (Schneesack). Die Norm verlangt dafür einen eigenen Lastfall. Ein Schneefanggitter am Hausdach mindert das Risiko.