Gefälle und Entwässerung: wohin das Wasser vom Terrassendach läuft
Ein Terrassendach ist nie flach. Es fällt von der Hauswand nach vorn ab, damit Regen in die Rinne läuft. Wie viel Neigung nötig ist, sagt der Hersteller – und zu wenig rächt sich.
Stand: 7. November 2026
- Ein Terrassendach ist nie ganz flach, sondern fällt von der Hauswand nach vorn ab.
- Regen läuft über diese Neigung zur vorderen Kante.
- Dort fängt die Rinne das Wasser auf und leitet es ins Fallrohr.
- Zu wenig Gefälle lässt Wasser und Schmutz auf der Fläche stehen; das Mindestgefälle steht in der Anleitung des Herstellers.
Mindestneigung laut Herstellern
- Gutta Premium (Stegplatten): 5 bis 20 Grad je nach Tiefe und Wandanschlusshöhe; bei 3 m Tiefe ab 7 Grad.
- Karle & Rubner: 5 bis 15 Grad, bei Polycarbonat empfohlen mindestens 10 Grad wegen Kondenswasser.
- Scobalit-Stegplatten 16 mm: ausgelegt für mindestens 10 Grad.
Umgerechnet: 5 Grad sind rund 8,7 cm Höhenunterschied je Meter Dachtiefe, 7 Grad rund 12,3 cm, 10 Grad rund 17,6 cm. Bei 3,5 m Tiefe und 10 Grad liegt die Vorderkante also gut 60 cm tiefer als der Wandanschluss. Prüf deshalb vor dem Kauf, ob die Durchgangshöhe vorne noch reicht.
Rinne und Fallrohr
Vorne fängt eine Rinne das Wasser auf und leitet es in ein Fallrohr, das meist an einem Pfosten nach unten läuft. Die Rinne muss frei von Laub und Schmutz bleiben; Laubfänger und Ablaufgitter helfen. Wohin das Wasser dann geht, ist Sache des Grundstücks: in den Kanal, eine Versickerung oder eine Regentonne.
Wichtig fürs Nachbarrecht: In vielen Ländern darf Niederschlagswasser nicht auf das Nachbargrundstück tropfen oder dorthin abgeleitet werden – in NRW etwa nach § 27 Nachbarrechtsgesetz.
Kondenswasser in Stegplatten
In den Kammern von Polycarbonat-Platten bildet sich bei Temperaturwechsel Kondenswasser. Damit es abläuft statt stehen zu bleiben:
- Stege in Gefällerichtung verlegen, nie quer.
- Oben (an der Wand) die Kammern mit geschlossenem Alu-Klebeband dicht machen.
- Unten (an der Rinne) luftdurchlässiges Anti-Dust-Band und ein gelochtes oder geschlitztes Profil verwenden.
- Die UV-Seite nach oben legen.
Ein flaches Dach begünstigt Kondensat und Schmutz. Darum empfehlen manche Hersteller bei Stegplatten mehr Neigung als das zulässige Minimum.
Häufige Fragen
Wie viel Gefälle braucht ein Terrassendach?
Das steht im Datenblatt deines Bausatzes. Gutta nennt für das Premium-Dach mit Stegplatten 5 bis 20 Grad (bei 3 m Tiefe ab 7 Grad), Karle & Rubner erlaubt 5 bis 15 Grad und empfiehlt bei Polycarbonat mindestens 10 Grad, Scobalit legt seine Stegplatten auf mindestens 10 Grad aus. 10 Grad sind rund 17,6 cm Höhenunterschied je Meter Tiefe.
Warum beschlagen die Stegplatten von innen?
Polycarbonat ist dampfdurchlässig, in den Kammern bildet sich Kondenswasser. Das gilt laut Verlegehinweisen nicht als Mangel. Bei richtiger Montage – Stege in Gefällerichtung, unten offenes, gelochtes Profil – läuft es nach unten ab. Flaches Gefälle begünstigt Kondensat.
Quellen
- Gutta Werke: Montageanleitung Terrassendach Premium (2020)
- Karle & Rubner: Montageanleitung Terrassenüberdachung
- Scobalit Stegplatte 16 mm klar: Produktdatenblatt
- Allgemeine Verlegehinweise Stegplatten
- meingartenversand.de: Stegplatten-Montagefehler
- § 27 NachbG NRW (Niederschlagswasser)
Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die Montageanleitung und Statik des Herstellers und die Vorschriften deines Landes. Wir testen keine Produkte selbst; Rechtliches ist keine Rechtsberatung.
Weiterlesen
- Lamellendach: Funktion, Vor- und Nachteile, Schnee und GenehmigungWie die Lamellen dicht werden und wo die Grenzen sind.
- Glas oder Stegplatten? Eindeckung für das TerrassendachGewicht, Licht, Hagel, Lebensdauer und Preis im Vergleich.
- Fundament und Wandanschluss für Terrassendach und CarportPunktfundamente, Frosttiefe und Befestigung an gedämmten Wänden.
- Schnee auf dem Terrassendach: wann räumen, was der Schneesack anrichtetLast an der Hauswand, Abräumen und Schneefanggitter.